Ein Ort zum Erinnern und Begreifen - Dr. Nancy Aris begrüßt Spatenstich für den Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis

Pressemitteilung 16/2021 vom 25.11.2021

Die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Nancy Aris, begrüßt den symbolischen Spatenstich, mit dem heute die Baumaßnahmen im ehemaligen Kaßberg-Gefängnis beginnen. Der ehemalige Hafttrakt B, in dem die Freikaufhäftlinge untergebracht waren, wird zu einer Bildungs- und Gedenkstätte umgebaut.

Erster Spatenstich - Zeitzeuge Michael Schlosser, Abteilungsleiter Markus Franke vom SMWKT, der Chemnitzer OB Sven Schulze, Vereinsvorsitzender Jürgen Renz und Cegewo-Geschäftsführer Jens Kroll (v.l.n.r.)

Erster Spatenstich - Zeitzeuge Michael Schlosser, Abteilungsleiter Markus Franke vom SMWKT, der Chemnitzer OB Sven Schulze, Vereinsvorsitzender Jürgen Renz und Cegewo-Geschäftsführer Jens Kroll (v.l.n.r.)

Das Kaßberg-Gefängnis war die Drehscheibe des Häftlingsfreikaufs und ist damit ein wichtiger Erinnerungsort der DDR-Geschichte und der deutschen Teilung. Der Gebäudekomplex erfuhr jedoch eine vielfältige Nutzung, die nicht erst 1945 begann. In der Zeit des Nationalsozialismus waren im Kaßberg-Gefängnis Angehörige unterschiedlicher Opfergruppen eingesperrt. Seit über zehn Jahren setzt sich der Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. für eine vielfältige Erinnerung am authentischen Ort in einer Gedenkstätte ein.

Die Landesbeauftragte dazu:

"Ich freue mich, dass mit dem Spatenstich der nächste Meilenstein für eine Gedenkstätte geschafft ist. Dieser Ort macht die komplexe Geschichte der Diktaturen des 20. Jahrhunderts begreifbar. Der Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. zeigt diese Perspektiven und integriert sie in ein modernes Bildungskonzept. Ich halte authentische historische Orte wie das Kaßberg-Gefängnis für immens wichtig für die Aufarbeitung: Sie machen Geschichte auf anschauliche Weise lebendig und begreifbar. Der Ort lädt uns ein zum Dialog mit den Erfahrungen der hier verfolgten Menschen. Aus dem Erinnern entsteht so ein Lern- und Verständnisprozess für die Gegenwart. Wir brauchen in Sachsen mehr solcher Erinnerungsorte, damit wir verstehen, welche Spuren die Geschichte hinterlassen hat. Und natürlich auch, damit wir begreifen, wie Repression in einer Diktatur konkret aussah. Das Besondere am Verein Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. ist das vielfältige Engagement von Menschen aus der Region, die sich über politische Lager hinweg ehrenamtlich für eine Aufarbeitung der Geschichte vor Ort stark machen. Das macht Mut und zeigt Perspektiven für eine pluralistische Aufarbeitung in Sachsen.“

 

Pressekontakt:
Magdalena Ermlich - Stellvertretende Landesbeauftragte
Tel.: +49 (0)351 493 3704 | Fax: +49 (0)351 451031 3709
E-Mail: magdalena.ermlich@slt.sachsen.de | www.lasd.landtag.sachsen.de