Angebote für Schüler

Projektarbeit

Der Fall in der Tasche - Jugendalltag in der DDR der 1980er Jahre

Bei unserem Projekt „Der Fall in der Tasche“ erkunden Schüler selbstständig den Alltag von Jugendlichen in der DDR. Dazu erhalten sie einen Koffer mit verschiedenen Materialien. In ihm befinden sich allgemeine Informationen zur Einführung sowie authentische Quellen und Objekte wie Fotos, Bekleidungsgegenstände oder Beispiele aus der praktischen Arbeit des Staatssicherheitsdienstes. Zusammen veranschaulichen sie die Erziehungsideale der Staatsführung, die Vereinnahmung der Jugendlichen im alltäglichen Schulleben und die von ihnen entwickelten Verweigerungsstrategien.

 

Jeder Koffer behandelt ein Thema. Insgesamt gibt es fünf:

 

  • Ideologische Beeinflussung in Schule und Freizeit
  • Militarisierung der Jugend
  • Staatlicher Umgang mit subkulturellen Randgruppen (Punk)
  • Alternative Friedensgruppen
  • Öko-Gruppen in der DDR.

 

Ziel des Kofferprojektes ist, die Schüler aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Alltag Jugendlicher in der DDR in Kontakt zu bringen. Anhand von konkreten Beispielen erfahren sie mehr über den damaligen Schulalltag und die Wege, die Gleichaltrige fanden, um dem staatlichen Anpassungsdruck zu entfliehen. Auf der anderen Seite lernen die Schüler Maßnahmen kennen, mit denen der Staat seine Vorstellungen und Ziele durchzusetzen versuchte. Die im Kofferprojekt gewählten Themen zeigen zudem, dass Jugendlichen in der DDR ähnliche Themen wichtig waren wie Gleichaltrigen in der Bundesrepublik: Glauben, Frieden, Umweltschutz und Individualität.

 

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Objekten und Dokumenten fördert das Kofferprojekt das quellenkritische Arbeiten sowie das eigenständige Planen und Umsetzen einer Präsentation. Ein Mitarbeiter unserer Behörde steht während der gesamten Projektzeit für Fragen und Hinweise zur Verfügung und wertet die Präsentationsergebnisse zusammen mit den Schülern aus.

 

Das Kofferprojekt ist als Ergänzung zum Lehrplan der Klassen 10 bis 12 (Oberschule und Gymnasium) angelegt.

 

Dauer: 3 bis 4 Unterrichtsstunden

 

Zwischen Wahrheit, Fiktion und Manipulation - Ein deutsch-deutscher Zeitungsvergleich

Unser Zeitungsprojekt beleuchtet die Rolle der Medien in der Bundesrepublik und in der DDR. In ihm untersuchen Schüler themenbezogen die Berichterstattung regionaler und überregionaler Tageszeitungen aus beiden Teilen Deutschlands. Die darin verwendeten Zeitungen liegen als Reprint vor und werden durch Themenmappen mit Zusatzinformationen ergänzt.

 

Folgende Themen bieten wir für einen Zeitungsvergleich an:

 

  • Volksaufstand 17. Juni 1953
  • Mauerbau 13. August 1961
  • Prager Frühling 1968
  • Volkskammerwahl und Bundestagswahl
  • Reaktorkatastrophe in Tschernobyl 1986
  • 1. Mai als Feiertag und „Kampftag der Arbeiterklasse“

 

Ziel des Zeitungsvergleichs ist, den Schülern anhand eines konkreten historischen Themenbeispiels einen Einblick in die Medienwelt zweier unterschiedlicher politischer Systeme und ihrer Informationspolitik zu geben. Sie erfahren mehr über deren Ziele und Inhalte sowie letztlich über die Mechanismen, mit denen in die öffentliche Meinungsbildung eingegriffen wurde. Auf diese Weise vermittelt das Zeitungsprojekt Sachkenntnisse und fördert quellenkritische Fähigkeiten.

 

Unser Zeitungsprojekt ist für die gymnasiale Oberstufe geeignet und wird von einem unserer Mitarbeiter begleitet.

 

Dauer: 2 Unterrichtsstunden

Vorträge

Der Landesbeauftragte bietet Vorträge zu folgenden Themenkomplexen an:

 

Staatssicherheit

 

  • "VEB Horch & Guck" - wie funktionierte die Stasi?
  • Die Stasi - ein ganz normaler Geheimdienst?
 
Widerstand in der DDR

 

  • Sachsen und der Volksaufstand am 17. Juni 1953
  • Zwischen Auflehnung und Protest: Widerständiges Verhalten in der DDR
  • Sachsen – Wiege der Friedlichen Revolution
 
Repression

 

  • SBZ 1945-1949 – Repression in der sowjetischen Besatzungszone
  • Politische Strafverfolgung und ihre Folgen
  • Zersetzung – verdeckte Verfolgung durch die Stasi
 
Politisches System und Alltag in der DDR

 

  • Parteiensystem und Staatsaufbau         
  • Ideologisierung in Schule und Alltag

 

Alle zehn Vorträge können bei Bedarf durch Quellenanalysen ergänzt werden.

 

Dauer: 2 Unterrichtsstunden

Workshops

Verschluss-Sachen

Unser Workshop „Verschluss-Sachen“ basiert auf dem gleichnamigen Buch von Karsten Jedlitschka, Jens Niederhut und Philipp Springer. Darin sind überraschende Fundstücke aus dem Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit mit ihren Geschichten zusammengetragen. Diese dokumentieren einerseits die Arbeit des Staatssicherheitsdienstes und andererseits den Widerstand und Eigensinn der Bevölkerung. In dem Workshop bringen die Schüler ausgewählte Objekte wie ein Puzzle mit ihren Geschichten zusammen und lernen dabei, sie in ihrem historischen Hintergrund zu verorten.

 

Dauer: 1 bis 2 Unterrichtsstunden

 

Bürokratopoly

Bürokratopoly ist ein Brettspiel, welches der Bürgerrechtler Martin Böttger Anfang der 1980er Jahre entwickelte. Es ist ein satirisches Spiegelbild des Lebensalltages in der DDR. Der Spieler beginnt seinen Lauf als einfacher Arbeiter und versucht in seinem jeweiligen Arbeitsbereich aufzusteigen. Denn Bürokratopolie gewinnt derjenige, der sich an die Spitze des Politbüros kämpft und Generalsekretär wird. Auf dem Weg dorthin helfen Insiderwissen über den selbsternannten Arbeiter- und Bauernstaat genauso wie Wahlen, geschicktes Verhandeln und Packtieren – oder Meuterei.

 

Dauer: 3 bis 4 Unterrichtsstunden

 

Theaterperformance

Mit „Die Wahrheit besitzen wir: Macht und Ohnmacht im DDR-Alltag“ hat der Landesbeauftragte zusammen mit den Schauspielern und Theaterpädagogen Regina Förster, Anja Dellner und Thomas Förster ein mobiles Bildungsangebot entwickelt, das auf künstlerisch-kreative Weise den Lebensalltag in der DDR zu den Schülern ins Klassenzimmer bringt. Es basiert auf Spielszenen, die ihnen spielerisch zusammen mit O-Tönen und originalen Textquellen einen Einblick in die damalige Zeit vermitteln. Das Theaterprojekt ist partizipativ angelegt. So beziehen Mitspielelemente die Schüler aktiv mit in das Geschehen ein. Die Spielzeit des Stücks beträgt 45 Minuten. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, sich mit dem Schauspielteam über das Gesehene und Erlebte auszutauschen und Fragen zu stellen.

 

Das Theaterprojekt eignet sich als Einstieg oder als Ergänzung zum Lehrplanstoff für alle Schultypen. Die Schauspieler kommen zu Ihnen in die Schule. Anfragen richten Sie bitte direkt an Anja Dellner unter: anja.dellner@web.de.

 

Dauer: 2 Unterrichtsstunden

 

 

Siegfried Hentschel im Gespräch mit Paderborner Schülern in der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden

Siegfried Hentschel im Gespräch mit Paderborner Schülern in der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden

Zeitzeugengespräche

Zeitzeugen zu befragen, ist für Geschichtsinteressierte ein spannender Weg, um mehr über bestimmte Personen, Ereignisse oder Entwicklungen zu erfahren. In der Schule können solche Gespräche eine willkommene Einführung oder Auflockerung des Unterrichts sein. Daneben sprechen gute didaktische Gründe für sie. So begegnet den Schülern in solchen Gesprächssituationen „Geschichte“ unmittelbarer und authentischer als über Bücher oder Filmbeiträge. Sie lernen außerdem unterschiedliche Perspektiven kennen, diese zu bewerten und einzuordnen. Zeitzeugengespräche fördern nicht zuletzt die Eigenaktivität der Schüler und passen somit gut in einen handlungsorientierten Unterricht.

 

Der Landesbeauftragte bietet Zeitzeugengespräche mit folgenden Themenschwerpunkten an:

 

  • Nachkriegssituation
  • Widerstand in der DDR
  • Flucht und Ausreise
  • Künstler in der DDR
  • Politische Haft
  • Jugend in der DDR
  • Friedliche Revolution.

 

Im Austausch mit dem Landesbeauftragten bereiten sich Schüler und Lehrer inhaltlich sowie methodisch auf die Interviews vor. Unsere Bildungsreferenten geben eine Einführung und moderieren das Gespräch. Diese sind unabhängig des Schultyps geeignet für die Klassenstufen 9 bis 12.

 

Dauer: 2 Unterrichtsstunden

 

Im Folgenden stellen wir unsere Zeitzeugen im Raum Leipzig, Dresden und Chemnitz im Kurzportrait vor:

 

Filmgespräche

In Ergänzung zum Film „Das Lebend der Anderen“ bietet der Landesbeauftragte in der Schule, im Kino oder in einer Gedenkstätte Filmgespräche und thematische Einführungen an. Nach Absprache sind diese auch zu anderen Filmen wie etwa „Gundermann“ oder zu Dokumentationen möglich. Angeleitet von unseren Bildungsreferenten vertiefen Schüler in den Filmgesprächen ihr Wissen über Geschichte, untersuchen Filmsprache und erleben, wie Film wirkt. Dies fördert den kritischen Umgang mit dem Medium Film als wichtigen Teil ihrer Medienkompetenz. Lehrkräften bieten die Filmgespräche die Möglichkeit, Lehr- und Lerninhalte außerhalb gewohnter Unterrichtsabläufe zu diskutieren und abwechslungsreich zu vermitteln. 

 

Dauer: 2 Unterrichtsstunden

Quiz

Wann wurde die DDR gegründet? Wie sah ihr Staatswappen aus? Und wer gilt als Begründer des Kommunismus? Testen Sie Ihr Wissen oder das Ihrer Schüler rund um das Thema "DDR". Der Landesbeauftragte hat hierfür Fragen aus unterschiedlichen Themenbereichen zusammengestellt. Das Quiz gibt es in zwei Schwierigkeitsstufen und eignet sich gut für einen spielerischen Einstieg sowie als willkommene Abwechslung im Schulalltag. Auf Wunsch schicken wir es Ihnen gerne zu.