Landesbeauftragte unterstützt Zeitzeugenarbeit beim Tag des offenen Denkmals

12/2026 Datum 10.09.2026

Das Motto des Tags des offenen Denkmals 2026 lautet „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Historische Bauten sind Orte, die uns bewegen und verbinden. Das passt auf besondere Weise zur Gedenkstätte Bautzen, die auch in diesem Jahr am Tag des offenen Denkmals ihre Türen für Besucher öffnet. Die Gedenkstätte ist Teil verschiedener Netzwerke – damals wie heute. Bautzen steht für die Geschichte politischer Verfolgung und für die Erfahrungen der Menschen, die hier ihrer Freiheit beraubt wurden und heute an diese Geschichte erinnern. Die Gedenkstätte macht historische Zusammenhänge sichtbar und schafft zugleich neue Verbindungen zwischen dem historischen Ort und der Gegenwart, zwischen Menschen und zwischen den Generationen.

Das Thema „Netzwerke“ eröffnet dabei zwei Perspektiven: Es geht um das heutige Netzwerk der Erinnerung – und um damalige Strukturen und Verflechtungen, die politische Verfolgung in der DDR organisierten und ermöglichten. Denn Bautzen war kein isolierter Haftort, der irgendwann entstand und für sich allein existierte. Politische Verfolgung funktionierte in der DDR nicht ohne Strukturen, Zuständigkeiten und institutionelle Verbindungen. Behörden, Justiz, Polizei, Staatssicherheit und Strafvollzug waren miteinander verzahnt. Entscheidungen wurden getroffen, weitergegeben und umgesetzt. Hinter den Mauern von Bautzen stand ein weit über diesen Ort hinausreichendes System.

Das macht den Ort bis heute so wichtig: Wer sich mit Bautzen beschäftigt, schaut nicht nur auf ein Denkmal und seine Geschichte. Er schaut auf Strukturen, die politische Verfolgung ermöglichten – und auf die Menschen, die von diesen Strukturen betroffen waren. Die Gefängnismauern bewahren Spuren dieser Vergangenheit. Aber sie können nicht von allein erzählen. Deshalb ist es der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ein besonderes Anliegen, dass Zeitzeuginnen und Zeitzeugen beim Tag des offenen Denkmals vor Ort sind. Die Landesbeauftragte unterstützt die Zeitzeugenarbeit dabei ganz konkret: Sie übernimmt die Honorare für zehn Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die zum Tag des offenen Denkmals nach Bautzen kommen. Damit wird es möglich, persönliche Erfahrungen und Erinnerungen unmittelbar am historischen Ort zu vermitteln und mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen.

„Als Landesbeauftragte unterstütze ich die Gedenkstätte Bautzen dabei, dass Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zum Tag des offenen Denkmals nach Bautzen kommen, um ihre Geschichte mit uns zu teilen. Denn sie verbinden den historischen Ort mit ihren ganz persönlichen Erfahrungen. Sie geben den Mauern Stimme und Gesicht und schaffen eine Verbindung zwischen der Vergangenheit und den Besucherinnen und Besuchern, die heute die Gedenkstätte aufsuchen“, so Dr. Nancy Aris.

 

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