Die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur lädt gemeinsam mit der Gedenkstätte Bautzner Straße am Freitag, den 12. Juni 2026, um 18:00 Uhr zur Sachsen-Premiere des Dokumentarfilms The Spies Among Us – Spione unter uns ein.
Der Dokumentarfilm erzählt die bewegende Geschichte von Peter Keup, der 1981 nach einem Fluchtversuch aus der DDR verhaftet und wegen „Vorbereitung zur Republikflucht“ inhaftiert wurde. Jahrzehnte später sucht er die direkte Konfrontation mit ehemaligen Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit und stellt die Frage, wie Überwachung, Verfolgung und persönliche Verantwortung bis heute nachwirken.
Dokumentarfilme, in denen Opfer des DDR-Unrechts auf ehemalige Stasi-Mitarbeiter treffen, sind selten. „Spione unter uns“ eröffnet deshalb einen außergewöhnlichen Zugang zur Geschichte der SED-Diktatur und zu den langfristigen Folgen politischer Repression.
Mit Peter Keup steht zugleich ein Protagonist im Mittelpunkt, dessen Biografie eng mit Sachsen verbunden ist. Der 1958 in Radebeul geborene ehemalige Leistungssportler gehörte Anfang der 1980er Jahre zum Nationalteam der DDR im Turniertanz. Nach seinem gescheiterten Fluchtversuch wurde er verhaftet und später von der Bundesrepublik freigekauft. Heute arbeitet er als Wissenschaftler. Seine 2025 abgeschlossene Promotion widmet sich der Frage, wie politische Gefangene im DDR-Strafvollzug zu Spitzeln wurden.
Die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Nancy Aris, wird die Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnen. Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Publikumsgespräch mit Peter Keup statt, in dem die Entstehung des Films sowie die wissenschaftliche und persönliche Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur im Mittelpunkt stehen. Dazu erklärt Dr. Nancy Aris: „Ich schätze an Peter Keup, dass er aus einer Betroffenenperspektive heraus für eine sachliche und wissenschaftliche Aufarbeitung der SED-Diktatur wirbt. Zudem bietet er mit dem Film einen lebendigen Zugang zum Thema, der für die Erinnerungskultur zunehmend an Bedeutung gewinnt“.
Die Sachsen-Premiere bietet damit die seltene Gelegenheit, einen außergewöhnlichen Dokumentarfilm zu sehen und mit einem Betroffenen ins Gespräch zu kommen, der seine Erfahrungen nicht nur persönlich verarbeitet, sondern auch wissenschaftlich erforscht hat.
Ort: Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden, Bautzner Straße 112a, 01099 Dresden
Beginn: 18:00 Uhr
Eintritt: frei, ohne Anmeldung
Pressekontakt: