Telefonsprechtag für ehemalige politisch inhaftierte Frauen

11/2026 Datum 08.09.2026

Am 15. September 2026 führt die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur einen telefonischen Beratungstag durch. Dieser richtet sich an Frauen, die aus politischen Gründen inhaftiert waren. Viele Betroffene wissen häufig nicht, dass für sie die Möglichkeit der Rehabilitierung und damit verbunden ein Anspruch auf Ausgleichs- und Entschädigungsleistungen besteht. In einem vertraulichen Gespräch können sie und ihre Angehörigen sich an diesem Tag umfassend informieren lassen.

Zwischen 08:00 Uhr und 14:00 Uhr beantwortet Bürgerberater Maximilian Heidrich unter der Telefonnummer 0351 493 3700 Fragen zur Rehabilitierung und Entschädigung nach den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen. Gemeinsam mit den Ratsuchenden bespricht er, welche Schritte zur Anerkennung des erlittenen Unrechts zu gehen sind und ob Verbesserungen und Erleichterungen durch die letzte Gesetzesnovellierung dafür vorliegen.

Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.


15. September 2026
08:00 – 14:00 Uhr
0351 493 3700


Hintergrund:

Am 12. September 2026 findet in der Gedenkstätte Hoheneck der erste „Tag der Begegnung“ statt. Dabei handelt es sich um ein Mehrgenerationentreffen, bei dem ehemalige Inhaftierte und Angehörige zusammenkommen. Die Landesbeauftragte hat dieses Treffen gefördert und ist selbst vor Ort. Oft ergeben sich bei Betroffenen erst im Nachgang konkrete Fragen. Deshalb bieten wir nach einer Phase des „Sacken-Lassens“ einen Telefonsprechtag an.

Das Frauengefängnis Hoheneck war zwischen 1950 und 1989 das größte Frauengefängnis der DDR. Unter katastrophalen Haftbedingungen waren dort rund 24.000 Frauen eingesperrt, darunter etwa 8.000 politische Gefangene. Sie waren wegen Fluchtversuchen, Ausreiseanträgen oder regimekritischer Äußerungen verurteilt worden. Die baulichen und sanitären Gegebenheiten waren unzumutbar. Die Frauen waren entrechtet, sie litten unter Hunger und Kälte und mussten körperlich auszehrende Arbeit im Mehrschichtsystem ableisten. Heute ist Hoheneck eine Gedenkstätte und ein Ort des Gedenkens, des Erinnerns und des Lernens, der mit Bildungsangeboten diese Geschichte greifbar macht und Betroffenen eine Stimme gibt.

 

Pressekontakt:
Dr. Alexander Müller
Referent für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
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