Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Landesbeauftragte erinnert zum Tag der Deutschen Einheit

Stand der Landesbeauftragten im Sächsischen Landtag

Stand der Landesbeauftragten im Sächsischen Landtag

Am 3. Oktober 2021 jährt sich der Tag der Deutschen Einheit zum 31. Mal. Die Landesbeauftragte erinnert aus diesem Anlass daran, dass die Aufarbeitung der SED-Diktatur weiterhin Priorität haben muss. Das sei heute wichtiger denn je, weil der Begriff „Diktatur“ mitunter verharmlost und undifferenziert eingesetzt werde, wenn es um die Beschreibung gegenwärtiger gesellschaftlichen Probleme gehe.

Aus Anlass der Feierlichkeiten zum 3. Oktober ist die Landesbeauftragte mit einem Stand beim Tag der offenen Tür im Sächsischen Landtag vertreten. Von 13.00 bis 18.00 Uhr können sich interessierte Besucherinnen und Besucher über die Arbeit der Landesbeauftragten informieren, Stasi-Akten-Einsicht beantragen oder in einem Quiz ihr Wissen über die DDR testen.

Lesung mit Falk Mrázek: „Erwachsenwerden hinter Gittern“

Falk Mrázek in seiner ehemaligen Zelle im Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz

Falk Mrázek in seiner ehemaligen Zelle im Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz

01.10.2021 - Die Landesbeauftragte lädt zusammen mit der Stadtbibliothek Bischofswerda für Mittwoch, den 27. Oktober 2021, 18.30 Uhr zu einer Lesung mit dem Zeitzeugen, Journalisten und Buchautoren Falk Mrázek nach Bischofswerda ein. In der Pension "Unter den Linden" stellt er erstmalig sein Buch „Erwachsenwerden hinter Gittern – Als Teenager im DDR-Knast“ vor, welches in den Buchreihe der Landesbeauftragten erschien.

„Das Besondere am Text ist die Perspektive. Hier meldet sich kein abgeklärter Bürgerrechtler, der seit Jahren in oppositionellen Gruppen unterwegs ist, zu Wort, sondern ein Teenager, der sich jugendlich entrüstet, der sich in seinem Freiheitsdrang und seinem Rechtsempfinden beschnitten fühlt und dagegen etwas unternimmt“, erläutert die Landesbeauftragte im Vorwort des Buches.

Anmeldung erbeten bei der Stadtbibliothek Bischofswerda unter 03594/786-160 oder per E-Mail.

Härtefallfonds für politisch Verfolgte der SBZ / DDR erneut voll ausgeschöpft

Antragsunterlagen zum Härtefallfonds

Antragsunterlagen zum Härtefallfonds

29.09.2021 - 21 ehemalige politisch Verfolgte der Sowjetischen Besatzungszone und DDR erhalten dieses Jahr einen Bescheid über eine Unterstützungsleistung aus dem Härtefallfonds. Dieser bietet den Verfolgten eine Hilfe von einmalig bis zu 5.000 Euro, die sie bei der Landesbeauftragten beantragen können. In diesem Jahr werden 99.991,97 Euro vergeben. Die für den Härtefallfonds bereitgestellten Mittel von 100.000 Euro werden damit fast vollständig ausgeschöpft.

Die Landesbeauftragte, die die Antragstellung begleitet und deren Mitarbeiter die Betroffenen beraten, erläutert: „Die Unterstützungsleistungen sind vor allem für jene hilfreich, die zwar rehabilitiert sind, aber aus ihrer Rehabilitierung keinen spürbaren Nutzen ziehen. Auch wenn es besser wäre, die gesetzlichen Reha-Leistungen zu verbessern, bietet der Härtefallfonds eine niederschwellige Hilfe, die gut ankommt“.

Einladung zur Tagung: 70 Jahre Frauenzuchthaus Hoheneck

Außenansicht von Schloss Hoheneck

Außenansicht von Schloss Hoheneck

25.09.2021 - Die Stadt Stollberg erinnert mit einer Tagung an das zentrale Frauengefängnis der DDR. Die Veranstaltung beginnt um 10.00 Uhr in der Cafeteria der Ausstellung „Phänomenia“. Um 11.00 Uhr hält die Landesbeauftragte einen Einführungsvortrag und kommt anschließend mit zwei Frauen, die in Hoheneck in politischer Haft waren, ins Gespräch. Am Nachmittag stellen Schülerinnen und Schüler des Stollberger Carl-von-Bach-Gymnasiums ein Projekt vor und ab 16.00 Uhr werden Führungen durch das ehemalige Zuchthaus angeboten. Um 17.30 Uhr endet die Tagung mit einer Kranzniederlegung am Gedenkstein vor der Burganlage. Interessierte sind herzlich willkommen.

"Hoheneck war das berüchtigtste Frauengefängnis der DDR mit unmenschlichen Haftbedingungen. Für tausende Frauen, die bis 1989 aus politischen Gründen unter widrigsten Bedingungen dort eingesperrt waren, bedeutete die Zeit in Stollberg einen tiefen biografischen Einschnitt. Ich freue mich, dass in Hoheneck endlich eine Gedenkstätte entsteht. Die ehemals inhaftierten Frauen warten schon lang darauf. Die künftige Gedenkstätte sollte ein würdiger Ort sein, der Gedenken und Lernen gleichsam ermöglicht“, so die Landesbeauftragte.

Landesbeauftragte erinnert in Bautzen an das Schicksal der Lagerkinder der SBZ und DDR

Gedenkstätte Bautzen

Die Landesbeauftragte (re.) im Gespräch mit Barbara Kirchner (li.) und deren Mutter Christa (Mt.), die aus Salzburg zu dem Treffen anreiste.

16.09.2021 - Die Landesbeauftragte nimmt an dem Treffen des Vereins "Kindheit hinter Stacheldraht" teil, welches am 19. und 20. September 2021 in der Gedenkstätte Bautzen stattfindet. Am 20. September wird dort um 10.00 Uhr der Film "Kindheit ohne Namen" gezeigt. Anschließend kommt die Landesbeauftragte zusammen mit Regisseur Hans-Dieter Rutsch mit den Protagonisten des Films, aber auch den übrigen Teilnehmenden der Veranstaltung, ins Gespräch. "Der Film und das Gespräch mit den Betroffenen bietet die seltene Gelegenheit, einen authentischen Einblick in dieses jahrzehntelang kaum bekannte Thema zu erlangen. Gerade für junge Leute ist das eine Chance, Geschichte hautnah zu erleben. Ich empfehle die Veranstaltung deshalb ausdrücklich den Schulen in der Nähe", so Dr. Nancy Aris.

Landesbeauftragte erinnert an Else Thomas

Else Thomas

Else Thomas

15.09.2021 - Die Landesbeauftragte trauert um Else Thomas. Zu ihrem Tod erklärt sie: "Ich kannte Else Thomas lange Jahre und es war mir immer eine Freude und ein Gewinn, mit ihr zu sprechen, mit ihr in einer Schule jungen Leuten zu begegnen oder bei einer Veranstaltung mit ihr aufzutreten".

Else Thomas wird am 16. Oktober 1926 im niederschlesischen Jarischau geboren. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs gerät der Ort zwischen die Fronten der Kämpfenden. Dass die Familie nicht geflohen ist, erscheint der Roten Armee verdächtig. Von der Straße weg wird Else Thomas im März 1945 verhaftet und nach Sibirien deportiert. Viereinhalb Jahre muss sie in Kemerowo im Lager bleiben und dort unter widrigsten Umständen Zwangsarbeit leisten. Mit dem Fall der innerdeutschen Mauer bricht Else Thomas ihr Schweigen. Bis zuletzt engagiert sie sich für die Sichtbarkeit des Leids der Zivildeportierten sowie für die Anerkennung ehemaliger deutscher Zwangsarbeiter. "Ihr ernsthafter Ton und ihre auf Ausgleich und Toleranz ausgerichtete Haltung wird uns in der Aufarbeitung fehlen", so Dr. Nancy Aris.

Else Thomas verstarb am 5. September 2021 im Alter von 94 Jahren.

Landesbeauftragte gratuliert UOKG zu 30-jährigem Bestehen

Logo der UOKG

© UOKG

27.08.2021 - Mit einem Festakt auf dem "Campus der Demokratie" in Berlin begeht die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (UOKG) ihr 30-jähriges Bestehen. Es sprechen unter anderem die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters MdB, der Präsident des Bundesarchivs, Prof. Michael Hollmann, der Ostbeauftragte, Marco Wanderwitz MdB, und die Bundesbeauftragte für die Opfer die SED-Diktatur beim Deutschen Bundestag, Evelyn Zupke, Grußworte. Die Festrede hält der UOKG-Bundesvorsitzende Dieter Dombrowski. Die Landesbeauftragte nimmt ebenfalls an der Festveranstaltung teil und gratuliert der UOKG auch auf diesem Weg.

Die Veranstaltung ist ausgebucht, kann aber ab 11.00 Uhr hier im Live-Stream mitverfolgt werden.

33. Filmfest Dresden gestartet

Filmfest Dresden

13.07.2021 - In Dresden startet das 33. Internationale Kurzfilmfestival. Auch in diesem Jahr fördert die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur verschiedene Programmbausteine - so etwa die Ausstellung "Non Konform" im Kunsthaus Raskolnikow, die sich mit den Malern Klaus Hähner-Springmühl und Erich W. Hartzsch beschäftigt, zwei wichtigen Vertretern der unabhängigen Kunstszene im damaligen Karl-Marx-Stadt. Der zweite Förderschwerpunkt liegt auf der Fortführung der Filmreihe über Regisseurinnen in der DDR, deren auf dem Festival gezeigtes Spektrum vom Propagandafilm bis zu experimentellem Untergrundkino reicht.

Landesbeauftragte dankt Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen

Akten BStU

17.06.2021 - Nach fast 30 Jahren ist die Stasi-Unterlagen-Behörde Geschichte. Für Millionen Unterlagen sowie tausende Fotos und Tonträger des einstigen Ministeriums für Staatssicherheit ist nun das Bundesarchiv zuständig. Ein Festakt im Deutschen Historischen Museum in Berlin, an dem auch die Landesbeauftragte teilnimmt, würdigt die Überführung der Akten sowie die Arbeit der Stasi-Unterlagen-Behörde. Deren letzter Leiter, Roland Jahn, wird dort offiziell verabschiedet. Jahn war der dritte Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen nach Marianne Birthler (2000 – 2011) und Joachim Gauck (1990 – 2000).

Der Festakt kann ab 19.00 Uhr hier im Live-Stream verfolgt werden.

Landesbeauftragte erinnert an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953

17.06.2021 - Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 war eines der zentralen Ereignisse der Widerstandsgeschichte der DDR. In mehr als 700 Orten demonstrierten mehr als eine Million Menschen gegen das SED-Regime und für die Zurücknahme der Normenerhöhung, für freie Wahlen, die Auflösung des MfS, die Freilassung von politischen Häftlingen und schließlich für eine deutsche Einheit. Doch ihre Hoffnungen wurden von sowjetischen Panzern im Keim erstickt.

Die Landesbeauftragte erinnert in Leipzig an die mutigen Menschen, die sich gegen die Diktatur erhoben. Unter dem Motto „Vom Preis der Freiheit“ diskutiert sie mit dem sächsischen Kultusminister, Christian Piwarz, dem Zeitzeugen und Landesvorsitzenden der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), Frank Nemetz, und Lernenden der Anton-Philipp-Reclam-Schule. Daneben trifft sich die Landesbeauftragte mit den Organisatoren des Sächsischen Geschichtscamps, um sich mit ihnen über Wege auszutauschen, den Volksaufstand auch in der politischen Bildung lebendig zu halten.

Gratulation: Evelyn Zupke – die erste Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur

Evelyn Zupke

10.06.2021 - Die Landesbeauftragte gratuliert Evelyn Zupke zu ihrer Wahl zur Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur. „Ich bin sehr froh, dass endlich eine Entscheidung getroffen wurde und freue mich auf die Zusammenarbeit mit Evelyn Zupke. Eine Fürsprecherin auf Bundesebene war längst überfällig, denn die Landesbeauftragten, die sich intensiv für die Belange der Opfer auf Länderebene einsetzen, gibt es nur in den neuen Bundesländern. Viele der einst politisch Verfolgten leben aber nicht hier“, so Dr. Nancy Aris.

Das Amt der Opferbeauftragten ist beim Deutschen Bundestag angesiedelt. Die zentralen Aufgaben der Opferbeauftragten werden sein, als Fürsprecherin von ehemals politisch Verfolgten auf Bundesebene zu agieren, sich für deren Belange in der Politik und Öffentlichkeit stark zu machen sowie den Deutschen Bundestag und die Bundesinstitutionen diesbezüglich zu beraten.

Umfrage zu Erfahrungen in der Haftanstalt Hoheneck

Sehr geehrte Damen und Herren,

dieses Schreiben richtet sich vor allem an Frauen, die zwischen 1950 und 1989 in der Haftanstalt Hoheneck inhaftiert waren.

Ich, die Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, interessiere mich für Ihre Schicksale. Wie Sie vielleicht wissen, entsteht derzeit im ehemaligen Frauenzuchthaus Hoheneck eine Gedenkstätte. Mir ist es wichtig, Sie, die ehemaligen Insassinnen zu befragen, um Ihre Erfahrungen, um die es ja in der Ausstellung vor allem gehen soll, in die Gestaltung des Gedenkortes mit einzubeziehen. Ihre Hinweise sollen dazu dienen, die bisherige Planung einer Prüfung zu unterziehen und wenn nötig, eine Themenerweiterung oder  Themenschärfung vorzunehmen.

Ich möchte deutlich darauf hinweisen, dass die Stadt Stollberg Träger der Gedenkstätte ist und sie die alleinige Verantwortung für deren Aufbau hat. Ich werde die Ergebnisse der Befragung der Stadt zur Verfügung stellen, damit möglichst viele Erfahrungen in die künftige Gedenkstätte mit einfließen. Es ist ein Angebot, das nicht verpflichtend ist. Auch wenn es von der Stadt Stollberg genutzt wird, muss sich nicht jeder Beitrag zwangsläufig in der Ausstellung wiederfinden.

Die Befragung hat auch das Ziel, nach möglichen Dokumenten, Fotos oder Gegenständen zu fragen, die in der Ausstellung gezeigt werden können oder zum langfristigen Erhalt in ein Archiv kommen sollten. Und die Befragung bildet – so Sie Interesse haben – die Grundlage für ein weiterführendes Zeitzeugeninterview, das sich später anschließen kann. Bitte beachten Sie, dass sich der Fragebogen in zwei Teile gliedert: auf Seite 1 + 2 können Sie selbst Themen, die Ihnen wichtig sind, benennen. Auf Seite 3 geht es um eine Gewichtung: welche Themen sollten unbedingt in der Ausstellung vertreten sein? Auf welche könnte man verzichten? Gern können Sie uns, sollte der Platz nicht ausreichen, formlos auf einem Blatt Papier Ihre Erfahrungen und Wünsche mitteilen.

Ich habe im ersten Satz geschrieben, dass sich das Schreiben vor allem an jene Frauen, die zwischen 1950 und 1989 in Hoheneck inhaftiert waren, richtet. Das mag Sie verwundert haben. Warum „vor allem“? Wer sollte noch davon berichten können? Hier habe ich die Angehörigen, die Ehemänner und Kinder im Blick, die meist vergessen werden. Ihre Erfahrungen lassen sich nicht durch diesen Fragebogen abbilden, aber vielleicht wollen auch sie etwas beitragen und ihre Gedanken darlegen. Wenn Sie dies weitertragen würden und dazu ermuntern könnten, wäre ich Ihnen dankbar, denn auch die Perspektive der nahen Verwandten ist uns wichtig.

Gern senden wir Ihnen den Fragebogen und/oder einen frankierten Briefumschlag für Ihre Rückantwort zu. Bitte melden Sie sich dafür unter der 0351-4933700 oder unter lasd@slt.sachsen.de.

Es würde mich sehr freuen, wenn Sie sich die Zeit nehmen könnten und die Kraft aufbringen würden, sich der Vergangenheit zu stellen und den Bogen auszufüllen. Dies hilft uns sehr.

Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung.

Dr. Nancy Aris

Designierte Landesbeauftragte diskutiert über Ecken und Kanten der "Runden Ecke" in Leipzig

21.04.2021 - Die designierte Landesbeauftragte diskutiert ab 18.00 Uhr mit Prof. Peter Steinbach von der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand, dem ehemaligen Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig, Dr. Jürgen Reiche, und Johannes Beleites, Mitglied im Bürgerkomitee Leipzig, in einer digitalen Podiumsdiskussion über Zukunft und Ausrichtung der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" in Leipzig. Dr. Christian Booß vom Bürgerkomitee 15. Januar e.V. moderiert das Gespräch.

Die Veranstaltung kann ab 18.00 Uhr hier im Live-Stream verfolgt werden.

Sächsischer Landtag wählt Dr. Nancy Aris zur neuen Landesbeauftragten

Dr. Nancy Aris, neue Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Dr. Nancy Aris, neue Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

24.03.2021 - Der Sächsische Landtag wählt einstimmig Dr. Nancy Aris zur neuen Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Am 01. Mai 2021 tritt sie das Amt als Nachfolgerin von Lutz Rathenow an. Aris wurde 1970 in Ost-Berlin geboren. Nach dem Mauerfall studierte sie Russistik, Polonistik und Neueste Geschichte in Berlin, Moskau und Wrocław. Aris promovierte zur Geschichtsschreibung im Stalinismus und arbeitete zur Repressions- und Widerstandsgeschichte. Dabei widmete sie sich ehemaligen Haftorten, vor allem aber den individuellen Erfahrungen politisch Verfolgter. Seit 2003 ist Aris stellvertretende Landesbeauftragte. In dieser Funktion legte sie diverse Publikationen zur Diktaturgeschichte vor, unter anderem „Via Knast in den Westen. Das Kaßberg-Gefängnis und seine Geschichte“ sowie „Das lässt einen nicht mehr los. Opfer politischer Gewalt erinnern sich“. Daneben erarbeitete Aris Ausstellungen und förderte auf vielfältige Weise die historisch-politische Jugend- und Erwachsenenbildung zur Geschichte der SBZ und DDR.

 

Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus und das Bautzen-Komitee hatten sich im Vorfeld für Aris ausgesprochen. Sie betonten vor allem ihr sachkundiges und energisches Engagement für die Betroffenen. Mit der heute getroffenen Wahl findet Aris´ stetes Engagement, Betroffenen konkrete und nachhaltige Hilfe zukommen zu lassen, Kontinuität und zugleich eine neue Wirkungsebene. Das findet auch der scheidende Landesbeauftragte Lutz Rathenow: „Ein wichtiger Generationswechsel findet statt. Nancy Aris hat sich in der bisherigen Arbeit mehr als bewährt. Sie wird durchsetzungsstark vor allem die Betroffenen bei der Inanspruchnahme ihrer Möglichkeiten unterstützen. Die Arbeit der Landesbeauftragten wird deutschlandweit wichtiger, aus meiner Sicht vor allem in Sachsen, wo mit dem perspektivischen Wegfall der Stasi-Archivstandorte Chemnitz und Dresden sonst die Spaltung der Aufarbeitungslandschaft droht“.

 

Dr. Nancy Aris äußert sich nach ihrer Wahl wie folgt: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen der Abgeordneten. Die Aufarbeitung von SED-Unrecht bleibt aktuell, denn auch drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall gibt es viele Fragen an die Vergangenheit. Gleichsam ist es wichtig, historisches Wissen auf angemessene Weise an nachkommende Generationen zu vermitteln und dabei die Opfer der kommunistischen Diktatur nicht zu vergessen. Sie zu unterstützen und in würdiger Form an ihre Schicksale zu erinnern, darin sehe ich meine Hauptaufgabe im neuen Amt“.

Beratungsinitiative der Landesbeauftragten: Für Sie vor Ort

Am 19. Oktober 2021 berät Utz Rachowski im Auftrag der Landesbeauftragten in Reichenbach O.L. zu Fragen in der DDR erfahrener politischer Benachteiligung sowie von Rehabilitierung und etwaigen Leistungen.

Zu weiteren Terminen der regionalen Bürgersprechstunden

Aktuelle Bände der Buchreihe der Landesbeauftragten:

BAND 18: Als der Sozialismus aufs Dorf kam von Nancy Aris/ Wolfram Männel (Hrsg.) · BAND 19: Erwachsenwerden hinter Gittern von Falk Mrázek

Zu den Publikationen

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