Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

13. August 1961 - Mauerbau in Berlin

Mauerbau am Brandenburger Tor

Mauerbau am Brandenburger Tor, Herbst 1961

Am 13. August 2020 jährt sich zum 59. Mal der Bau der Berliner Mauer, mit der die DDR das letzte Schlupfloch nach West-Berlin schloss. Der Mauerbau markierte den Schlusspunkt der Abriegelung der innerdeutschen Grenze, die bereits 1952 begonnen hatte. Erinnert sei an die Zwangsaussiedlungen von tausenden Menschen aus dem Grenzstreifen.

 

28 Jahre, 2 Monate und 28 Tage lang teilte die Mauer das Land und riss Familien und Freunde auseinander. Allein in Berlin wurden mindestens 140 Menschen bei dem Versuch, die Mauer in Berlin zu überwinden, getötet. Dennoch versuchten über 180.000 Menschen bis 1989 die Flucht. Nur 41.000 von ihnen gelang es. Neben den Mauertoten, gab es die von Selbstschussanlagen verstümmelten Opfer. Tausende kamen in Haft.

 

Der Landesbeauftragte erinnert an die Mauertoten und an die deutsche Teilung. Zugleich würdigt er den Mut derer, die sich durch Flucht oder Ausreiseanträge gegen ein Leben in der DDR entschieden. Auch sie trugen mit ihrer Ablehnung zum Zusammenbruch der DDR bei.

 

Der Mauerbau 1961 ist nicht nur ein bedeutendes Geschichtsereignis. Er hinterließ Spuren bis heute. Um darüber im Austausch zu bleiben, ist es dem Landesbeauftragten wichtig, auf Bildungsangebote hinzuweisen und Impulse für die Bildungsarbeit anzubieten.

 

Härtefallfonds für politisch Verfolgte der SBZ / DDR voll ausgeschöpft

Die dreiköpfige Jury traf sich in den Räumen des Sächsischen Landtags.

Die dreiköpfige Jury traf sich in den Räumen des Sächsischen Landtags.

Auch in diesem Jahr hat der Sächsische Landtag 100.000 Euro im Härtefallfonds für politisch Verfolgte der Sowjetischen Besatzungszone und DDR bereitgestellt. Bis zum 30. Juni 2020 konnten rehabilitierte Opfer einmalig bis zu 5.000 Euro beantragen.

Insgesamt 42 Anträge gingen beim Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ein - 17 mehr als im Vorjahr. Die in ihnen beantragte Summe beläuft sich auf eine Höhe von 199.648,98 Euro

Der vom Präsidium des Sächsischen Landtags neu gewählte Beirat beriet am 24. Juli 2020 über die Anträge. Dem Landtagspräsidenten wurden 21 Anträge für eine Unterstützungsleistung empfohlen. Von den vorhandenen Haushaltsmitteln werden 99.818,89 Euro für die Vergabe eingeplant.

„Dissidentisches Denken“ – Buchvorstellung und Gespräch mit Marko Martin

Buchcover "Dissidentisches Denken"

Buchcover "Dissidentisches Denken"

Das Erich Kästner Haus für Literatur veranstaltet am 09. Juli 2020 um 19 Uhr zusammen mit dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur eine Lesung mit dem Autor Marko Martin.

Marko Martin ist bekannt für seine Romane, Erzählungen und Reiseberichte. In seinem neuesten Buch "Dissidentisches Denken" ist er unterwegs zu "dissidentischen Jahrhundertzeugen". Daraus entstanden 22 eindrucksvolle Porträts von Intellektuellen aus Ost und West. 

Die Buchvorstellung sowie das anschließende Gespräch werden vom Dresdner Schriftsteller Michael G. Fritz moderiert. Die Begrüßung übernimmt der Landesbeauftragte Lutz Rathenow, der Marko Martin schon länger kennt und schätzt.

Bundesverdienstkreuz an Alexander Latotzky

Alexander Latotzky

Alexander Latotzky

Am 4. Juli 2020 überreicht der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer stellvertretend für den Bundespräsidenten Alexander Latotzky das Bundesverdienstkreuz am Bande. Der Bundespräsident ehrt damit Latotzkys Engagement für die Aufklärung von kommunistischem Unrecht in der SBZ und der DDR. Seit Jahrzehnten setzt sich dieser nicht nur als Vorsitzender des Bautzen-Komitees, sondern auch als Zeitzeuge für eine lebendige Aufarbeitung und einen generationenübergreifenden Dialog ein. Der Landesbeauftragte beglückwünscht Alexander Latotzky zum Verdienstorden. 

 

„Das lässt einen nicht mehr los“ geht in die 4. Auflage

Buchcover "Das lässt einen nicht mehr los"

Buchcover "Das lässt einen nicht mehr los"

Menschen über ihre politische Verfolgung in der SBZ und der DDR berichten zu lassen, ist Anspruch und Anliegen mit dem Nancy Aris 32 packende Lebensgeschichten versammelt hat. In „Das lässt einen nicht mehr los“ zeichnen sie ein facettenreiches Bild der kommunistischen Diktatur mit ihrer Vor- und Nachgeschichte. Nach der Erstveröffentlichung 2017 war das Interesse an dem Band groß. Aktualisiert und inhaltlich um interessante Berichte und neues Bildmaterial ergänzt, ist „Das lässt einen nicht mehr los“ nun in vierter Auflage erschienen.

 

WIR SIND UMGEZOGEN:

Ab dem 01.07.2020 finden Sie uns unter der neuen Besucheranschrift Devrientstraße 1 in 01067 Dresden, verkehrsgünstig gelegen zwischen dem Sächsischen Landtag und der Semperoper.

Befragung ehemaliger DDR-Heimkinder

An der Uni Leipzig werden derzeit Personen gesucht, die zu DDR-Zeiten in Kinderheimen und Jugendwerkhöfen gelebt haben. Die Studie untersucht, was die Teilnehmenden dort erlebt haben und wie sie damit umgingen. Die Befragungszeit läuft bis Juli 2021.

Zu weiteren Informationen über das Projekt

Neu in der Buchreihe des Landesbeauftragten erschienen:

BAND 18: Als der Sozialismus aufs Dorf kam von Nancy Aris/ Wolfram Männel (Hrsg.) · BAND 19: Erwachsenwerden hinter Gittern von Falk Mrázek

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